südkorea 2015

am anfang war seoul.
korea, also südkorea ist mein heimliches lieblingsland. das liegt wohl daran, dass ich da schon mal sechs monate gearbeitet habe. seitdem lässt mich dieses land und seine menschen nicht mehr los.
daher gings ende letzten september für drei wochen ins land der morgenröte. die reise startete mit der hauptstadt seoul, in mal die mal schlappe 10 mio. einwohner hat. im großraum seoul leben rund 48% der gesamten bevölkerung des landes, also ca. 24 mio… also ist seoul damit im grunde das zentrum und der treiber des landes schlechthin.
gewohnt hab ich bei der ersten etappe im studentenviertel hongdae. wie immer bei meinen reisen war ich über airbnb an die wohnung gekommen. ein voll ausgestattetes appartment mit ca 25qm und als goodie noch ein umts modem zum mitnehmen. willkommen in einem der technisch fortschrittlichsten ländern. hier hat man keine angst vor neuen technologien, hier ist man scharf darauf aber auch mangels anderer ressourcen darauf angewiesen.

nach der ersten hochzeitsaison neben dem vollzeitjob, musste ich mich die ersten tage in seoul erstmal finden (ok, der jetlag tat diesmal das übrige, verdammt ich werd alt…) und hatte nicht wirklich die muse mich fotografisch auszutoben. die stadt mag einen als megacity das erste mal erschlagen, aber ich hab mich schon wieder darauf gefreut, auf die vielen unterschiedlichen viertel, die menschen, die landestypischen gerüche, das essen und und…

der erste richtige ausflug in die stadt außerhalb des für streetfotografie sehr interessanten viertels hongdae, führte mich in den palast gyeongbokgung im zentrum der stadt. wer nicht viel zeit hat und einen palast sehen will, das ist der richtige. am nächsten tag machte ich zusammen mit einem freund das viertel dongdaeumun (was im im deutschen „das große osttor“ bedeutet) unsicher, das ist nichts anderes als ein großer markt mit vielen alten gebäuden und tollen kleinen seitenstraßen abseits vom zehnspurigen trubel der hauptrassen der megacity, man hat den eindruck, dass man in den siebzigern ist. neben dran wurde inzwischen ein hypermodernes und futuristisch wirkendes gebäude namens dongdaemun design plaza (DDP) errichtet, welche viele ausstellungsflächen und mode retail shops beherbergt. kontrastreicher gehts jedenfalls nicht.

den abschluß der ersten seoul etappe bildete ein super abend in einem bbq laden, ja genau, fleisch auf den gasherd in der mitte und paar beilagen dazu. super lecker und super authentisch, in einer dunklen seitengasse, reservieren ist nicht. der besitzer sei früher nen straßengangster gewesen, munkelt man. passen würde es irgendwie und die location auch.

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busan

auf zur nächsten station. per fernbus gings richtung süden (hier kennt man das fernbussystem schon sehr lange und die busse sind auch geräumiger als in DE, bspw. nur 3 reihen), in die zweitgrößte stadt des landes, busan. im ausland bekannt durch das alljährliche filmfestival im oktober. endlich mal küste, meer und sandstrand – ja am haeundae stadtstrand, aber was solls. dank der nachsaison, war da nichts los und der ausblick aufs meer und die ruhe des meeres hat mir einfach gefehlt. dort hatte ich das glück über airbnb an ein appartment zu kommen, welches in einem neuen wohntower im 34. stock mit blick aufs meer lag. bombe. ich bleib für immer dort, dacht ich mir. fast gemacht.
busan ist anders als seoul, klar einfach kleiner, langsamer und ruhiger. aber die leute sind auch nicht mehr so „modern“, das soll nun nicht despektierlich klingen, sie ziehen sich nur anders, konservativer an.

in busan trieb ich mich am ersten tag am haeundae strand herum, um das tolle herbstwetter zu genießen und schaute mir auch noch den nahegelegenen fischmarkt an. so aal ganz frisch zu bekommen, hat was. die tage darauf gings durch die innenstadt busans und dann auch ganz speziell in die bookstreet, da gibts nur bücherladen und wie. ist ganz urig und mal echt toll zu sehen. das dortige cafe nicht auslassen, lohnt sich. einen viel größeren fischmarkt gibts dann noch nahe des zentrums, der hat auch was, sehr viele kleine anbieter, meistens alte frauen vom lande, die zum einen verkaufen aber auch jeweils nen kleine ecke zum frisch fisch essen anbieten.

was aber auch sehr interessant ist das gamcheon culture village in der nähe des fischmarkts. auf jeden fall sollte man dort hinlaufen, den berg hoch zwischen den vielen kleinen häuschen und gassen hindurch. normalerweise fährt man mit dem bus hoch, aber bus fahren kann ja jeder. das dorf ist ne ansammlung vieler kleiner farbiger häuser an einem hang, mit den einen oder anderen viewpoints für touris und auch wieder „kleiner prinz“ skultpuren. irgendwie sind die da ganz verrückt darauf. diese finden sich auch in der innnenstadt.

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gwangju

für einen kurzaufenthalt gings dann nach gwangju mit schlappen 1,4 mio einwohnern im südwesten des landes. doch hier fiel es mir auch so auf, wie von seoul nach busan, es ist ruhiger, langsamer und die menschen nochmal nen ticken konservativer gekleidet. hier konnte ich bei einer supernetten familie in ihren freien zimmer unterkommen und einen familienabend genießen – diese gastfreundschaft, einfach herrlich. diesmal nur im ersten stock 🙂
dort traf ich freunde aus seoul wieder, die zu meinem glück ein auto gemietet hatten. das braucht man fast dort, um an die tollen locations rund um die stadt zu kommen, denn gefühlt war die stadt sehr großflächig. so gings zum einen ganz früh an einen see, der für morgennebel bekannt ist, und danach zum bambuswald in damyang. sehr schön, aber nur früh morgens zu empfehlen, sonst tritt man anderen auf die füße oder besser umgekehrt. am letzten tag machten wir noch einen abstecher an die küste, mit einem kleinen umweg über die teefelder in boseon (leider ist die teeblüte im frühjahr), in den ort yulpo. meer ist schon was schönes – haach.

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seoul die zweite
zurück nach seoul zur letzten etappe. dabei hab ich mir den KTX, das ist der koreanische hochgeschwindigkeitszug, gegönnt. der ist wirklich schnell und angenehm zu fahren. da solls aber bald ne koreanische variante geben, daher wird der aktuelle nicht mehr so „gepflegt“.

in seoul hatte ich mir diesmal gangnam (ja das aus dem gleichnamigen song) als wohnviertel herausgesucht und war mit dem airbnb appartment wieder happy. diesmal wohnte ich im zweiten stock in einem niedrigbebauten gebiet, in dem es neben wohnhäusern von modegeschäften und schönheitskliniken nur so wimmelte.
die letzten tage in korea verbrachte ich in einem unscheinbaren viertel , in dem hauptsächlich schmuck und goldhändler vorherrschen und menschen am straßenrand koreanisches schach – janggi (-> http://de.wikipedia.org/wiki/Janggi) spielen. das erste mal war ich auch in der altstadt seouls, bukchon. dort kann man noch in alten hanoks wohnen bzw. übernachten. allein der kontrast zur umgebung hat was. am abend gings dann leider wieder zurück nach deutschland.
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was soll ich sagen, ich liebe korea und werde bestimmt wieder hinfahren, wohl auch mal in den norden. denn das ist bestimmt auch sehr interessant und vielleicht manchmal verstörend bzw. sehr kontrastreich für westliche augen.

wer weitere tipps und infos mag, der schreibt mich einfach an. so nun habt spass bei den bildern. und:

„a man leaves korea, but korea laeves not a man heart“

euer chris